Keine Angst vor jungen Spinnen

Süß. Unweigerlich ist es das erste, was einem beim Anblick des hochgepriesenen Superhelden-Darlings den Sinn kommt. Tom Holland, seines Zeichens aktueller Spider-Man-Darsteller und gehypter Newcomer, weiß um seinen Jünglings-Charme. Bedacht, doch durchaus kokett stellt sich der 21-jährige Brite dem Presse- und Interviewtrubel zu Jon Watts' "Spider-Man: Homecoming" (Start: 13.7.), seinem ersten Solo-Film aus dem Hause Marvel. Schon nach dem gefeierten Debüt im Spinnenkostüm in "The First Avenger: Civil War" 2016 erklärte man den Rotschopf zum perfekten Nachfolger der Ex-Spider-Men Tobey Maguire und Andrew Garfield. Zumal Holland, der als leidenschaftlicher Tänzer früh in Musicals auftrat und nach seinem Filmdebüt 2012 in "The Impossible" sogleich mit Nachwuchs-Preisen überhäuft wurde, selbst immer gigantischer Fan des Spinnenhelden war. Ein Gespräch mit einem künftigen, gar nicht mal so süßen Superstar.

teleschau: Was verbanden Sie als Kind mit Spider-Man?

Tom Holland: Ich war und bin der größte Fan! Von den Actionfiguren über die Filme und Comics bis zur Bettwäsche hatte ich alles!


teleschau: Konnten Sie auch was vom Set mitgehen lassen?


Holland: Das ist ziemlich schwierig, weil alles so teuer ist. Wenn ich was gestohlen hätte, hätte ich ziemlichen Ärger bekommen. Viel konnte ich leider nicht behalten. Vielleicht traue ich ja mich dann beim dritten Film, was zu klauen (lacht).


teleschau: Zumindest das Kostüm ist ja immerhin direkt auf Sie zugeschnitten ...


Holland: Das stimmt, aber man kann es eben nicht allein anziehen! Du brauchst immer zwei Leute, die dir helfen. Das ist nicht so leicht, wie Sie vielleicht denken. Hat man es aber einmal an, sieht es großartig aus. Leider ist nur der Anzieh-Prozess nicht sehr heldenhaft.


teleschau: Wie war es, als Sie das Spider-Man-Kostüm zum ersten Mal überzogen?


Holland: Dazu gibt es zwei Geschichten. Die erste ist sehr enttäuschend: Ich drehte "Civil War" - aber man hatte nicht genug Zeit, um mir mein eigenes Kostüm zu schneidern. Also zog ich das meines Stunt-Doubles über. Doch der war ein viel größerer Typ als ich. Mein erstes Spider-Man-Kostüm war also irgendwie sackartig und so schlaff ums Gesicht herum. Das war nicht so heroisch, wie ich es mir erhofft hatte.


teleschau: Ist die zweite Geschichte heroischer?


Holland: Ja! Als ich das aktuelle Kostüm anzog, war das wunderbar. Es passte - und das auch noch nach Wochen.


teleschau: Stimmt es eigentlich, dass Sie Spinnen überhaupt nicht mögen?


Holland: Das ist sehr wahr. Ich hatte immer ein bisschen Angst vor Spinnen. Aber nun, da mich Journalisten immer und immer wieder danach fragen, werde ich auch immer ängstlicher - weil ich die ganze Zeit über meine Angst rede. Ich glaube, ich muss aufhören, den Leuten zu erzählen, ich fürchte mich vor Spinnen. Vielleicht ist das hier jetzt das letzte Mal (lacht).


teleschau: Dann lassen Sie uns lieber über Spider-Man reden: Was ist für Sie das Besondere an ihm?


Holland: Er ist ein junger High-School-Junge; und ich war ein junger High-School-Junge. Es verbindet uns etwas auf einer persönlichen Ebene. Bei Thor wäre das schwierig, denn er ist ein König und Gott. Auch eine Verbindung zu Tony Stark klappt weniger, denn er ist Milliardär. Sein Problem ist, dass sein Lamborghini den falschen Gelbton besitzt. Mein Problem ist, dass ich nicht genug Geld fürs Busticket habe.


teleschau: Konnten Sie denn eigene Aspekte beim Dreh einbringen?


Holland: Einiges! Jon Watts ist ein Freund von Improvisation. Zwar sind neun von zehn Sachen, die ich improvisiere, Unsinn - aber das zehnte Mal kann dafür eine Szene zum Positiven drehen. Das kann zum Beispiel, wie im Trailer, eine einfache Umarmung sein. Da umarmte ich Robert Downey Jr.. Ich wollte ihn umarmen, weil es Robert Downey Jr. ist.


teleschau: Wie war es, mit ihm zu drehen?


Holland: Er ist der tollste Typ. Gestern Nacht erst schrieb er mir, dass er gerade mit den anderen Avengers den fertigen Film schaue und sehr stolz auf mich sei. Es war schön, damit aufzuwachen.


teleschau: Im Film wollen Sie Teil der Avengers werden - wann haben Sie denn zum letzten Mal im echten Leben verzweifelt versucht, Teil einer coolen Gruppe zu werden?


Holland: In der Schule! Als Kind spielte ich gern Rugby, doch alle wuchsen und wurden größer, nur ich blieb klein. Dennoch versuchte ich laufend, irgendwie wieder in diese Rugby-Clique zu kommen. Aber mit meinem Körperbau ergab das keinen Sinn: Ich verlor ja immer. Bei den Avengers aufgenommen zu werden, ähnelt dem durchaus - nur dass diese sich um einiges einladender verhalten.


teleschau: Ihre Kindheit verbrachten Sie ja auch mit viel Tanz-Unterricht und Musical-Auftritten bei "Billy Elliot". Kann man so überhaupt ein normaler Junge sein?


Holland: Das ist vielleicht das Tolle an "Billy Elliot": Nein, ich wuchs nicht auf wie alle anderen. Aber ich wuchs mit 20 anderen gemeinsam auf - wir wohnten für das Musical alle zusammen in einem Haus. Als Kind war ich also kaum mal nur für mich, sondern hatte immer 20 andere Kinder um mich, die alle die gleichen Situationen erlebten.


teleschau: Was macht das mit einem?


Holland: Nach "Billy Elliot" wurde ich sehr schnell erwachsen. Ich wollte nicht zurück in die Schule, weil ich dachte: "Ihr seid alles solche Kinder!" Und ich musste mich schnell an Dinge anpassen - die gesamte Dauer meiner Kindheit verbrachte ich damit, zu studieren und zu lernen. Aber ich hatte ja Glück: Schließlich kann ich durch die Welt reisen und tolle Leute treffen!


teleschau: Vor "Billy Elliot" tanzten Sie bereits HipHop, nun geben Sie den Spider-Man - ist Ihre Physis der Schlüssel zu Ihrer Karriere?


Holland: Das kann man schon so sagen. Körperlichkeit ist ein riesiger Teil der Schauspielerei, was viele vielleicht gar nicht wissen. Einen Charakter zu spielen, zu ihm zu werden, hängt in großem Maße davon ab, seine Physis zu studieren. Die Tatsache, dass ich viel Tanz-Training genoss und diesen starken Gymnastik-Hintergrund besitze, ist daher fantastisch: So kann ich Figuren auf einem viel physischeren Level darstellen. Und Spider-Man ist wohl einer der körperlichsten Charaktere im Marvel-Universum und im Kino überhaupt. Da kann ich mich am Set so richtig strecken und belasten.


teleschau: Schlimmere Verletzungen haben Sie beim Dreh aber nicht davongetragen?


Holland: Nein, bis auf ein paar Beulen und Prellungen nichts ernsteres. Das Schlimmste war bei einer choreografierten Kampfszene. Eigentlich rennt man da durch wie bei einem Tanz. Allerdings vergaß ich, mich zu ducken. Und der Stuntman sagte nicht, dass er jetzt zuschlägt, also traf er mich mit seinem metallenen Handschuh wirklich hart am Hinterkopf. Das ist nicht einmal im Film gelandet! Ich wurde völlig grundlos geschlagen!


Maximilian Haase
Was lange rockt, bleibt weiter gut: Alice Cooper gilt als Urvater des Schock-Rock. Mit "Paranormal" dockt er am 70er-Raumschiff an.
Charakterdarsteller Ulrich Tukur vollendet am 29. Juli sein 60. Lebensjahr. ONE widmet dem gefragten deutschen Ausnahmeschauspieler einen ganzen Abend.
Der "Terminator" wird 70: Im Alter entdeckt Arnold Schwarzenegger das Liberale und Sanfte ebenso wie den ironischen Blick auf sich.
"Sie hat etwas Positives, sie ist hoffnungsvoll": So umschrieb Chester Bennington die Musik seiner Band Linkin Park, die ihm zuletzt aber wohl nicht mehr half. Der Sänger wurde tot in seinem Haus in Los Angeles aufgefunden. Bennington wurde 41 Jahre alt.
Wie kein Zweiter im deutschen Unterhaltungsfernsehen versucht Michael Kessler, Menschen jenseits des Klischees nahezukommen.
Sie wurde in den 70er-Jahren als Kinderstar bekannt, ging dann weiter unbeirrt ihren Weg als Schlagermusikerin und ist nun überraschend früh verstorben: Andrea Jürgens wurde nur 50 Jahre alt.
Giuseppe Pedersoli, Sohn des vor einem Jahr verstorbenen Bud Spencer, spricht im Interview über seinen Vater.
Das Chaos kommt diesmal im Doppelpack: Nach der TV-Erstausstrahlung des Rita-Falk-Krimis "Schweinskopf al dente" folgt die Kinopremiere von "Grießnockerlaffäre" auf den Fuß - am Eberhofer Franz kommt, auch zur Freude des Schauspielers Sebastian Bezzel, in diesem Sommer keiner vorbei.
David Hasselhoff wird 65: Nach seinem Weg vom sexy US-Sehnsuchtshelden zur campy-kultigen Nostalgiefigur ist "The Hoff" noch immer der Deutschen liebste US-Ikone.
Bettina Köster, inzwischen 58, war mittendrin, als in West-Berlin "der Punk abging". Die Attitüde von damals ist noch nicht verflogen: Auch auf ihrer neuen Soloplatte "Kolonel Silvertop" lässt sie sich von niemandem etwas vorschreiben.
Meisterregisseur Luc Besson im Gespräch über "Star Wars", Inspiration und die Umsetzung seines Lebenstraums "Valerian - Die Stadt der Tausend Planeten" (Start: 20.07).
Elton wurde an der Seite von Stefan Raab bekannt. Doch während Letzterer von den Bildschirmen verschwunden ist, hat Elton sich weiter einen Namen im deutschen TV gemacht. Jetzt feiert er mit der ZDF-Quizshow "1, 2 oder 3" ein großes Jubiläum.
Bevor die "Tatort"-Pause endet, begibt sich die Wiener Kommissarin Adele Neuhauser mit "Venus im vierten Haus" in Comedy-Gefilde. Derzeit wird die ZDF-Komödie in München und Umgebung gedreht.
Nazan Eckes ist bekannt als Moderatorin, doch nun wechselt sie die Seiten: Die 41-Jährige wird in der elften Staffel "Das Supertalent" in der Jury sitzen.
Justin Bieber hat die restlichen Shows seiner aktuellen Tournee abgesagt. Die Gründe dafür bleiben im Dunkeln.
Bono und U2 zahlen den neuen Rasen des Fußballvereins Hertha BSC im Berliner Olympiastadion. Das alte Konzert hatten die Fans beim U2-Konzert zerstört.
Unheilig-Sänger Der Graf hat noch Songs für ein ganzes Album auf Lager. Einspielen will er das Material aber nicht - das sollen andere übernehmen.
Julia Roberts plant mit der Podcast-Adaption "Homecoming" gleich ihre zweite Serie in kurzer Zeit. Von der Eigenproduktion bestellte Amazon bereits jetzt zwei Staffeln.
Netflix holte für sein neuestes Filmprojekt "Bird Box" Sandra Bullock wortwörtlich ins Boot: Im postapokalyptischen Horrorthriller wird die Oscargewinnerin in einem Ruderboot ums Überleben kämpfen.
Elton ist bekannt geworden als "Show-Praktikant" in sämtlichen Sendungen von Stefan Raab. Heute steht er ohne seinen Mentor erfolgreich auf der TV-Bühne. Trotzdem haben die beiden noch Kontakt.
Bei der Daily-Soap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" heißt es in der nächsten Woche Abschied nehmen. Denn Janina Uhse verlässt endgültig die Serie. Ihren letzten Drehtag durfte sie in Venedig verbringen.
Oliver Franck darf sich auf eine neue Aufgabe freuen. Der 42-Jährige übernimmt eine Hauptrolle in der Daily-Soap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten".