Der amerikanische Held

Als "Indiana Jones", "Blade Runner" und US-Präsident James Marshall in "Air Force One" wurde er zur Schauspiellegende. Die außergewöhnliche Karriere des Hollywoodstars Harrison Ford ist allerdings vor allem auf eine bestimmte Filmreihe zurückzuführen, die bis heute die Massen begeistert: "Der erste 'Star Wars'-Film hat mir die Chance meines Lebens gegeben, ihm verdanke ich alles", betont der Schauspieler auch selbst in der kabel-eins-Doku "Die Harrison Ford Story", die am Mittwoch, 12. Juli, 22.35 Uhr, ausgestrahlt wird - einen Tag vor Harrison Fords 75. Geburtstag.

Harrison Ford schuf in seiner langen Karriere nicht nur Actionhelden für die Ewigkeit, er avancierte nebenbei zum erfolgreichsten Schauspieler überhaupt. Zählt man die Einspielergebnisse aller seiner Filme zusammen, kommt man auf die stolze Summe von 4,74 Milliarden Dollar. Und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht, obwohl Ford am 13. Juli seinen 75. Lebensjahr vollendet. Am 5. Oktober kommt "Blade Runner 2049" in die Kinos, Ende 2017 beginnen die Dreharbeiten für "Indiana Jones 5".

Doch der Hobbypilot wird vermutlich enttäuscht sein, wenn er folgende Worte von "Indiana Jones"-Regisseur Steven Spielberg hört: "Keine Flugzeuge in 'Indy 5!" Das mag seltsam klingen, der 70-Jährige hat aber so seine Gründe für die Aussage. So erfolgreich Harrison Ford in seiner Laufbahn als Schauspieler war und so souverän wie er als Han Solo durch das All steuerte, so fatal liest sich die Unfallbilanz des Hobbypiloten. Anfang des Jahres verwechselte er beim Anflug auf den "John Wayne Airport" in Orange County offenbar die Start- mit der Landebahn. "Ich bin der Idiot, der auf der Startbahn gelandet ist", gestand Ford sogleich zerknirscht dem zuständigen Fluglotsen.


Verletzt wurde zum Glück niemand, im Gegensatz zu früheren Notlandungen des Schauspielers. Im März 2015 fiel der Motor einer seiner historischen Weltkriegsmaschinen aus, bei der Notlandung erlitt der Actionheld diverse Verletzungen wie ein zertrümmertes Becken, einen gebrochenen Rücken und einen ausgekugelten Knöchel. Nach eigenen Aufzeichnungen hat Harrison Ford angeblich bereits mehr als 5.200 Notlandungen hinter sich.


Die Fliegerei ist allerdings dann auch das einzige, mit dem der 1,85 Meter große Schauspieler negative Schlagzeilen macht. Sicher, er war bereits dreimal verheiratet - 2010 ging er mit der 17 Jahre jüngeren Schauspielerin Calista Flockhart den Bund der Ehe ein - hat fünf Kinder, und, wie kürzlich bekannt wurde, hatte er mit Schauspielkollegin Carrie Fisher während der "Star Wars"-Dreharbeiten eine drei Monate andauernde Affäre. Doch meist schafft Harrison Ford es, wieder halbwegs schnell aus der Boulevardpresse zu verschwinden - was an seinem Charakter liegt. "Ich bin nicht wirklich schüchtern, eher verschlossen", versucht er sich in der kabel-eins-Doku zu erklären. "Mich interessiert es nicht ein Filmstar zu sein, mich interessiert es, Schauspieler zu sein."


Böse Zungen behaupten ja, dass Harrison Ford im Laufe seiner Karriere mit einem einzigen Gesichtsausdruck, vor allem mit seinem verschmitzten Grinsen, ausgekommen sei. Doch sein Erfolg gibt ihm Recht. Ford hat sich immer als Handwerker verstanden, und er tat seit seiner Entdeckung durch George Lucas in den 70er-Jahren alles, um sein Handwerkszeug kontinuierlich zu verbessern. Dazu passt die Legende, dass Ford, der in Los Angeles einst den Beruf des Zimmermanns erlernte, gerade mit einer Studiovertäfelung - wahlweise gar mit einer Einrichtung in Lucas' Haus - beschäftigt war, als der berühmte Produzent in ihm seinen Weltraumpiraten Han Solo entdeckte.


Es ist also wieder einmal die Legende vom kleinen Mann, die Harrison Ford umgibt - und die Botschaft: "You can make it!" Doch auch ein Harrison Ford kann sich schwertun. Aus dem College wurde er aus nicht weiter genannten Gründen drei Tage vor seinem Abschluss verwiesen. Von den großen Hollywood-Studios wurde er lange Jahre ignoriert. Mit kleineren Rollen schlug sich Ford Ende der 60-er durch - und mit seiner Profession als Zimmermann.


Doch das Warten lohnte sich: Der Weltruhm kam 1977 mit Lucas' "Star Wars"-Trilogie. Schon der erste Film wurde mit sieben Oscars ausgezeichnet und wurde ein riesiger Kassenerfolg. Mit den "Indiana Jones"-Filmen wiederholte sich für Ford das Ganze noch einmal, und er avancierte endgültig zum amerikanischen Helden. Ford bewies seine Starqualitäten quer durch alle Genres, von Actionfilmen wie Wolfgang Petersens "Air Force One" (als US-Präsident), Ridley Scotts düsterer Zukunftsvision "Blade Runner" bis hin zu romantischen Komödien wie Sidney Pollacks "Sabrina". Insgesamt spielte er in über 60 Filmen mit. Nach dem begeisterten Umweltschützer mit dem charismatischen Schmunzeln sind sogar eine Spinnen- und eine Ameisenart benannt. Und der Erfolg scheint nicht abzureisen. Eine Kollegin, Oscarpreisträgerin Cate Blanchett, weiß auch genau, warum: "Er nimmt sich selbst nicht so ernst, dafür aber die Arbeit." Und das eben auch noch mit 75. Ein Harrison Ford in Rente? Undenkbar.


Zu seinem 75. Geburtstag am 13. Juli, zeigt kabel eins:


"Air Force One" am Mittwoch, 12. Juli, 20.15 Uhr


"Die Harrison Ford Story" am Mittwoch, 12. Juli, 22.35 Uhr


"Firewall" am Mittwoch, 12. Juli, 23.35 Uhr


"Das Kartell" am Donnerstag, 13. Juli, 20.15 Uhr


Amelie Heinz
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